Diemedienwg’s Weblog


Von Lada bis Limo by cloemi
November 5, 2008, 12:31 am
Filed under: Bloging Finland

Aufgrund einer kleinen importierten Erkältung aus den kalten russischen Gefilden melde ich mich erst mit etwas Verspätung zurück. St. Petersburg war nichtsdestotrotz großartig gewesen.

Begonnen hatte alles am Donnerstagmorgen um 6 Uhr früh. Nach etwa 5 Stunden waren wir mit dem Bus an der Grenze zu Russland. Die Kontrolle ging dann relativ flott. Nach nur einer Stunde hatten wir alle Kontrollposten passiert. Die weiteren Stunden ging es dann durch fast durchgängig bewaldetes Gebiet zur zweitrößten Stadt Russlands. Auffallend waren die bedeutend niedrigeren Spritpreise an den Tankstellen. Etwa 70 bis 80 Cent zahlt man aktuell für den Liter Super.

russiaAn der Stadtgrenze St. Petersburgs angekommen dauerte es dann noch einmal etwa eine Stunde, bis wir zu unserem Hostel gekommen waren, das ziemlich zentral lag. Das bot einen recht einfachen Standard, war aber soweit ganz ordentlich. Lediglich die Matratzen hätten etwas dicker sein können. Man schlief eigentlich auf einem Brett. Das Personal war ebenfalls ziemlich unfreundlich und des Englischen in keinster Weise mächtig. Ein Fakt, den man ziemlich oft noch antreffen sollte. Wie verbrachten den ersten Abend dann erst einmal damit, die nähere Umgebung zu erkunden, den Nevski Prospekt entlang zu flanieren und schließlich in einem Pub einzukehren. Auffallend dabei waren vor allem die in großer Fülle auftretenden westlichen Limousinen, Sportwagen und SUV’s. Aber auch alte Ladas knatterten mit 80 bis 90 km/h über die wichtigste Haupstraße der Stadt. Die Sache mit den Verkehrsregeln wird in Russland anscheinend nicht so ernst genommen. Aktuell soll ein Führerschein wohl um die 200€ „kosten“. Deswegen sollte man auch an einer grünen Ampel nochmal einen Blick nach links und rechts machen, bevor man die Straße betritt.

Andere Dinge vor denen wir gewarnt wurden, waren natürlich noch Taschendiebe und das Wasser aus der Leitung. Dieses war in unserem Hostel zwar recht klar. Trotzdem kauften wir auf anraten unserer Reiseleiterin noch etwas Wasser in Flaschen im nahegelegenen Supermarkt.

russia2Am Freitag standen der Besuch des Katharinenpalast mit dem legendären Bernsteinzimmer und die Auferstehungskirche auf dem Programm. Beides echte must-do, wenn man sich in dieser tollen Stadt befindet. Abends gab es eine Tour mit 2 Limousinen durch die hell erleuchtete City. Wir fuhren in einem geschätzt 12m langen Hummer mit und es gab russischen Champagner an Bord. Da wir um Mitternacht noch unterwegs waren, konnte ich meinen Geburtstag in der Limo eröffnen. Anschließend ging es dann noch in einen russischen Klub um die Ecke des Hostels. Diese sind im Zentrum übrigens nicht gerad sehr günstig. Der Eintritt betrug knapp 10€ und der Bierpreis hielt sich auch schon fast in finnischen Gefilden auf.

bild043Samstag gab es dann eine ausgedehnte Stadtrundfahrt, bei der weitere wichtige Ziele wie die Peter-und Pauls-Festung, der Panzerkreuzer Aurora oder die Isaakskathedrale angefahren wurden. Abends gingen dann viele von unserer Reisegruppe in die Oper. Es gab den „Barbier von Sevilla“ im Konstantin-Touchkin-Theater, zwar aufgeführt von Studenten, was aber keineswegs zu bemerken war. Schauspieler und Orchestrussia3er agierten auf hohem Niveau. Nur die russischen Texte waren eben leider nicht zu verstehen. Während der Vorstellung ereilte mich dann noch ein überraschender Anruf aus Schottland. Martin war es, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Dafür noch einmal danke.
Nach der Oper fuhren wir stilecht mit einem alten Lada Taxi zurück zum Hostel. 150 Rubel, also etwas über 4€ für 4 Personen war der Preis. Da ich ja immer noch Geburtstag hatte, besorgten wir im Supermarkt dann noch eine tolle Frucht-Cremetorte, die im Hostelzimmer von 5 mit Löffeln bewaffneten IMP’s verzehrt wurde.

Sonntag ging es abschließend noch in die Eremitage. Eine wirklich umfangreiche Sammlung von den Werken alter Meister bis zu Picasso und Co welche man an einem halben Tag nicht mal ansatzweise alle zu Gesicht bekommen konnte. Unsere Reiseleiterin meinte, wenn man vor jedem Austellungsstück eine Minute verbingen würde, wär man erst nach 11 Jahren wieder aus dem Laden raus.

Die Rücktour war dann recht unspektakulär. An der Grenze brauchten wir wieder nur etwa eine Stunde und waren um 2 Nachts zurück in Tampere.

bild051Russland war auf alle Fälle eine interessante Erfahrung, obwohl ich denke, dass wir in den paar Tagen nur sehr sehr wenig vom russischen Alltag gesehen haben. Gerad im Zentrum St. Petersburgs ist die Polizei sehr hinterher, die Straßen frei von Bettlern, Obdachlosen oder Betrunkenen zu halten. Ich habe weitaus weniger Leute gesehen, die einen zuviel gekippt hatten, als das in Finnland der Fall ist. Die russische Polizei nimmt einen sofort mit, wenn man nicht mehr richtig geradeaus laufen kann, was ich an dem vergangenen Wochenende auch einmal beobachten konnte.
Ich denke jedenfalls, dass das nicht meine letzte Reise in dieses Land war. Moskau will ich auf alle Fälle noch einmal sehen und dann vielleicht ohne immer an eine große Reisegruppe mit festem Programm gebunden zu sein.

Clemens

PS: Danke an Kathrin und Lisa für die Bilder


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