Diemedienwg’s Weblog


adTunes und die unterhaltsame Reise in die Zukunft der Musiknutzung by theincrediblehagen
Juli 2, 2008, 9:14 am
Filed under: MedienWG Warentest

Via Twitter habe ich gestern Morgen eher zufällig und aus reiner Neugier auf Sachar Kriwojs Blog Massenpublikum von adTunes erfahren. Seit gestern ist er Pressesprecher „Europas erstes kostenloses, vollinteraktives und legales Musikportal.“ Bis jetzt habe ich mich mit Onlineradios wie Last.fm oder anderen Angeboten nur bedingt beschäftigt. Irgendwie war das alles nicht attraktiv für mich. Dieses Angebot intressierte mich aber und hab mich direkt mal angemeldet um das zu testen. Da sich das Ganze irgendwie wirklich revolutionär anhört und etwas umfangreicher scheint, will ich meinen Test hier mal live mitbloggen. Als erstes natürlich die kostenlose Anmeldung. Ging recht fix und unproblematisch. Die Bestätigung mit den ersten Informationen kam wenige Minuten später und wurde erstmal im Spamfilter gefangen. Mit der Freischaltung wurde man vorerst vertröstet. Durch den großen Andrang kommen wir mit der Bearbeitung der Anmeldungen derzeit kaum hinterher!“ Wenn das stimmt, kann man ja schon mal gratulieren. Lobenswert auf jeden Fall, dass man grundlegende Informationen bekommt, wie adTunes funktioniert, was sich dahinter verbirgt und wie man sich das zukünftige Angebot vorstellt. Aus lizenzrechtlichen Gründen ist der Service vorerst nur in Deutschland verfügbar. Nach eigener Aussage im Blog arbeite man aber bereits mit Hochdruck daran, dass Angebot auf andere Länder auszudenen. Kurzfristiges Ziel ist ein Angebot von über 1 Mio. Titeln, welches ständig erweitert werden soll. Die Nutzung ist dabei komplett kostenlos und soll alleine durch Werbung finanziert werden. Ich bin gespannt, wie diese erfolgen wird. In den AGBs liest man unter anderem „adTunes ist berechtigt, jedem Nutzer bis zu vier Benachrichtigungen pro Monat auf elektronischem Wege (email) zukommen zu lassen. Weitere Benachrichtigungen, bspw. via Text Messages / SMS, Instant Messenger usw., müssen vom Nutzer spezifisch und separat freigegeben werden.“ Bleibt also abzuwarten wie stark Werbung und diese Benachrichtigungen eins werden. Probleme direkt nach erstem LogIn Dank Twitter wurde mir die Wartezeit zur Freischaltung verkürzt und begann heute mit dem Test der Beta. Erstes Problem war da die notwendige Angabe „der genauen Adresse“. Diese dient natürlich dem Ausschluss von Bots. Verständlich, aber wirkte auf mich spontan etwas abschreckend. Zudem meine Adresse nicht gefunden werden konnte, da Google Maps sie nicht kennt, welches (wie so oft) hier als „Support“ genutzt wird.

Ich weiß zuzeit nicht ob auch eine IP-Sperre verwendet wird (wovon ich mal ausgehe) teste ich momentan mit einer „falschen Adresse.“ Also falls es wirklich alleine genügt, eine Adresse in Deutschland anzugeben um den Service von adTunes nutzen zu können, kann man die Beschränkung leicht umgehen.

Update: Da ich ja noch in Bulgarien weile und teilweise mit dem Cisco-VPN-Client surfe kann ich bestätigen, dass es natürlich eine IP-Sperre gibt😉 Zum weiteren Testen muss ich also weiter VPN aktiviert haben und habe so eine noch langsamere Verbindung als normal…

Mit Anerkennung der AGBs und Nutzungsbedingungen bestätigt man allerdings die „Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Daten“ Wer also dagegen verstößt, geht läuft Gefahr einer Verwarnung oder sogar Löschung seines Profils. Logisch. Nur weiß ich jetzt eben nicht so richtig, was ich machen soll…und hoffe, das sich nich eine bessere Alternative zur Nutzerüberprüfung durchsetzen wird. Davon abgesehen gibt es ja auch einfachste Möglichkeiten IP-Sperren via Nutzung von Proxyservern oder anderem zu umgehen. Auch wenn dieses nicht gestattet ist hat adTunes das Problem jedes regional beschränkten Internetsangebot: Das Internet ist global und und dezentral. Eine Beschränkung der Nutzerschaft immer nur schwer möglich. Inwieweit das die Zukunft solcher Angebote generell gefährden könnte, vermag ich nicht zu sagen. Praxitest Erstes Problem für nen reibungslosen Test ist meine langsame Verbindung. Leider alles sehr stockend. Trotz alledem hört man, wenn man, hört die versprochene Topqualität von 320 Kps raus. Also eine klare und gute Alternative für all jene, die Musik überwiegend bei Youtube oder MySpace konsumieren. (Solls ja geben)

ScreenshootDie Nutzerführung ist sehr übersichtlich und man findet man sich wirklich schnell zurecht. Wählen kann man neben Titeln aus einer aktuellen Playlist auch aus einem Angebot von 12 Radiochannels wie zum Beispiel „Lounge down & Chill out“ „For lazy afternoon“ „Let there be rock“ oder „Electro Summer House.“ Also alles themantisch ausgerichtet, sowohl nach groben Genres als auch nach Stimmungen. Nette Idee, wie passend das dann tatsächlich ist, muss wohl jeder für sich testen🙂

Desweiteren werden Neuerscheinugen, die beliebtesten Hits der letzten 24h, beliebteste Alben und auch beliebteste Nutzerchannels angezeigt. Dieser Part erfüllt wohl das Communitybedürfnis neuer Webangebote. Jeder kann schnell und problemlos seinen eigenen Musikchannel zusammenstellen, denn dann auch andere Nutzer hören können.

Auch sind weitere Vernetzungsmöglichkeiten und Interaktionen geplant. Zurzeit ist davon leider noch nichts zu sehen. Auch finde ich keine Möglichkeit mein Profil zu ändern oder zu vervollständigen. Ich gehe aber davon aus, dass das bis zum offiziellen Start noch eingerichtet wird. So ist es für mich selbstverständlich, dass man ähnlich wie bei last.fm seine Persönlichkeit auf Grundlage seiner Musikvorlieben präsentieren kann und dann auch individueller Musikempfehlungen erhält.

Werbung

Wie schon geschrieben wird das Angebot alleine durch Werbung finanziert. Diese findet sich in vierlerlei Formen auf adTunes. Neben Bannern oberhalb und an der rechten Seite sowie in einzelnen Unterseiten ist diese auch in einem „spezial Advertisment“ Fenster in die Siete integriert. Aber korrekt gekennzeichnet, also okay. Außerdem befinden sich zwischen einzelnen Titeln kurze Spots, wie man sie aus dem Radio kennt. Circa 10 Sekunden lang. In gleicher länger poppen kurze Clips auf, wenn man zum Beispiel einen Radiochannel wählt. Alles recht verträglich finde ich. Die Werbepoppups buggen noch reichlich, kann allerdings auch an meiner lahmen Verbindung liegen.

Kommunikativ und Nutzerfreundlich

Bis jetzt hat mich das Angebot auch wegen der guten Kommunikation und einer angenehmen Art des Auftritts überzeugt. In der Seite befinden sich eingebetet kurze Informationen über Neuerungen, allgmeine Hinweise und Hilfen. Sachar als Pressesprecher geht nicht nur in seinem Blog auf Kommentare und Anmerkungen ein, sondern sucht auch direkte Kommunikation, z.B. via Twitter. Die komplette Handhabung ist übersichtlich und einfach in einem eigens angelegten Blog erklärt. Man scheint sehr bedacht auf Usability und Mehrwert sowie Feedback zu sein. Alles Tasachen, die auf mich eine sehr positive Wirkung haben. Insofern ist dem Projekt Durchhaltevermögen und der entsprechende Erfolg wirklich zu wünschen.

Fazit: Testen

Getrost kann ich sagen, dass adTunes den MedienWG Warentest bestanden hat und euch zum ausprobieren empfehlen. Design und Aufbau sind gut durchdacht und nicht nur übersichtlich, sondern auch liebevoll umgesetzt. So findet man zu jedem Interpreten zum Beispiel eigenes designte Unterseiten mit Fotos der Band im Hintergrund. Alles ist sehr übersichtlich und intuitiv zu bedienen.

Die Musikqualität ist hervorragend und vor allem für Menschen, die auf aktuelle Musik und/oder große Musikklassiker stehen ist da bereits jetzt schon ein breites Angebot verfügbar.

Da mein Musikgeschmack diese Musik nur selten trifft, werde ich adTunes wohl als neues Alternativ-Musikmedium nutzen, wenn ich mal Abwechslung brauche. Konkret: wer auf Hardcore und Punk oder Metal steht, wird (zurzeit) noch nicht wirklich findig.

Wenn der Communityfaktor noch ausgebaut wird und alle Funktionen verfügbar sind, dann kann das ganz sicher ein erfolgreiches Projekt werden.

Einziger Zweifel der bei mir noch besteht ist die Frage, ob man sich gegen andere etablierte Angebote wie last.fm durchsetzen kann. Ob es ausreicht ein Musikstore zu sein in dem man nichts bezahlt, aber auch nichts downloaden kann, Musik aber frei verfügbar in eigenen Channels „speichern“ kann….!?

Am besten ihr testet es selber mal. Heute Nachmittag um 16oo startet die offene Beta. Da können alle in Deustchland wohnenden dabei sein. Vorerst wird die Nutzerschaft aber auf 100.000 beschränkt sein, also wer sich zuerst anmeldet, hört zuerst🙂

TiH


3 Kommentare so far
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Jetzt bin ich natürlich sehr gespannt.

Ich hoffe, adTunes gefällt Dir.

Kommentar von Sachar

Ambitioniert, aber sicher das hunderste Angebot dieser Art. Persönlich nutze ich seit kurzer Zeit last.fm und ich bin begeistert. Muss also mal schauen, ob mich adTunes überzeugen kann…

Kommentar von Medienblogger

@medienblogger: Nutze wie kurz angedeutet last.fm eher selten. Vom ganzen Umfeld und der Umsetzung macht adTunes eindeutig mehr her. Aber absolut richtig, das Fahrrad wird auch hier nicht neu erfunden. Ich denke der Erfolg wird in großem Maße davon abhängen, wie begeistert die ersten Nutzer das aufnehmen und wie schnell man das Angebot erweitern kann.
Also nicht nur die Musik an sich, sondern vor allem auch die Verfügbarkeit in anderen Ländern.

Kommentar von theincrediblehagen




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