Diemedienwg’s Weblog


14 days remaining by theincrediblehagen
Juni 28, 2008, 2:59 pm
Filed under: Bloging Bulgaria

Gabrovo ShoppingMeileNachdem sich hier in letzter Zeit ja irgendwie alles um den Schlonk und größere „Schweigephasen“ trete, möchte ich mich mal wieder aus Bulgarien melden.

Als ich hergefahren bin, vor mittlerweile reichlich 4 Monaten hatte ich die Rückfahrt bereits „offen“ mitgebucht. Donnerstag war es dann endlich soweit und ich habe das Datum meiner Rückfahrt gefixt. Am Freitagbend den 11. Juli verlasse ich Gabrovo und fahre nach Sofia und von dort dann am Samstag Morgen weiter nach good old germany.

Bis dahin muss ich noch diverse Zettel als Erasmus- und Praktikumsnachweise einsammeln und meine Praktikumsbelegarbeit schreiben. Gedanklich befinde ich mich allerdings schon in der Aufbruchsphase. Da ich vor allem die letzten Tage und Wochen viel zum nachdenken, reflektieren und resumieren genutzt habe, soll hier und heute schon eine Art Zusammenfassung erfolgen. Zumindest war das so die Grundidee diesen Post zu schreiben.

use your time and change our mind

(es ist grad schwer sich für einen Anfang zu entscheiden…)

Obwohl letztendlich, wie fast immer im Leben, alles ganz anders gekommen ist und in meiner Zeit hier zahlreiche kleinere und größere Krisen durchgestanden werden mussten, ist mein Fazit durchweg positiv. Zum einen weil ich die Gewissheit habe, kein 0815 Auslands/Praktikumssemester verbracht zu haben. Zum anderen weil ich der Überzeugung bin, dass hier gewonnene Erfahrungen nicht nur eine echte Bereicherung sind, sondern eine persönliche Entwicklung ermöglich haben, die in dieser Zeit in Deustchland/Mittweida/Alttag keinesfalls möglich gewesen wäre. Oder anders gesagt, sie wäre überhaupt nicht möglich gewesen!

Fachlich gesehen hat das Praktikum in Radio und Zeitung (…darüber wollt ich doch auch noch mal bloggen…) mich eigentlich nur darin bestärkt, dass ich weder auf dem einen noch auf dem anderen Gebiet arbeiten möchte. Zu uninteressant und banal. Nahezu langweilig. Auch wenn es interessant war das alles kennen zu lernen, dazu noch in einem anderen Land mit anderem Mediensystem und anderem Umfeld. Aber kennenlernen ist nun mal nur eine Woche und nicht 4 Monate möglich😉

Sprachlich hat mir die Zeit hier gleich doppelt genützt, da ich nach 3,5 Monaten Kurs und bissl mehr praktischer Anwendung nicht nur über bulgarische Sprachgrundkenntnisse verfüge, sodnern auch mein Englisch trainieren und verbessern konnte. Und wer kann schon von sich behaupten bulgarisch sprechen zu können😛

Bulgarien ist ein anderes, schönes, angenehmes Land

Ohne jetzt eine endlose Liste zu erstellen aheb ich mal so die wesentlichen und für mich bedeutendsten Eindrücke und in meinen Augen typischen Eigenschaften aufgelistet:

  • Sommerliches angenehmes Klima mit viel Sonne, was zumindest bei mir eine notorisch gute Grundstimmung zur Folge hat.
  • Sehr nette und offene, warmherzige Menschen, hilfsbereit und gastfreundlich. Eigentlich kann man sich da nur wohlfühlen.
  • Eine extrem breitgefächerte Speisekarte. Eigentlich nicht in Worte zu fassen: für jede Art von Fleisch unzählige Variationen, alle erdenklichen Beilagen, Suppen, Eintöpfe, Salate und Gebäcke…
  • Nichts gegen deutsche Mädchen, aber in Bulgarien gibt es einfach viel mehr hübsche! Da ist bei jedem Blick für jeden Geschmack was dabei. Was unteranderem auch an dem wesentlich größeren Bevölkerungsanteil junger Menschen liegen mag. Vor allem, wer auf abgeklapperte Besenstile und/oder tendenziell mehr Oberweite steht wird hier fündig…Wirklich unglaublich wie schlank die hier alle sind, viele leider extrem übertrieben…
  • Bulgarien ist ein Land des Aufbruchs mit einer recht lebensbejahenden Lebensweise. Ohne den Stress und die ganzen Probleme westlicher Industrienationen. Es gibt so gut wie keine Probleme, sondern nur Lösungen. Die Menschen sind ruhiger und besonner, genießen das Leben in typisch südländischer mentalität. In vielerei Hinsicht sind die Bulgaren sehr viel freiere Menschen. Leider wissen dass besonders viele jungen Menschen nicht so ganz zu schätzen und nutzen ihre Möglichkeiten nicht wirklich um etwas aus ihrem Leben zu machen.
  • Was wirklich stört in Bulgarien, und die wohl größte Schattenseite der Südländer-Mentalität ist, ist die massive Umweltverschmutzung. Man lebt glücklich und zufrieden, weil man vor allem im „Jetzt“ lebt. An Morgen und die Zukunft wird nicht bewusst oder nur selten gedacht. So ist es normal, dass man Müll stets und überall hinwirft, nur nicht in dafür vorgesehene Behältnisse, obwohl diese hier übermäßig stark frequentiert (geiles Wort, sag ich) sind.
  • Wenn die Aral-Tankstellen-Autoprolls schon in Deutschland nicht leiden mag, der hat auch in Bulgarien ganz sicher seine Freude. Ein wesentlich ärmeres Land, in dem der Besitz eines Automobils ein emenses Statussymbol darstellt. Und sei es nur der alte Lada… Keine Chance zum rumprollen wird ausgelassen. Da werden natürlich die 10m auf dem Schulof mit Vollgas beschleunigt um dann vor den, für bulgarische Straßen charakteristischen, Schlaglöchern abzubremsen um danach wieder „wickeln“ zu lassen bis der Staub fliegt und die Reifen qualmen (kein Scherz!). Ne echte Belastung, wenn man in der Beziehung eher der Anti-Held ist. Dazu kommt die Tatsache, dass KEIN Bulgare wirklich Auto fahren kann. Riskanstes Überholen rechts, link und in der Mitte auch wenn man vom Gegenverkehr nix sieht, weil der sich hinter der nächsten Kurve versteckt, gehört da quasi zum guten Ton.
  • Sprachlich sind viele Bulgaren leider nur wenig bewandert. Das ganze ist deshalb so abstrus, weil vor allem die Jugendlichen der westlichen Kultur sehr aufgeschlossen sind. Wunsch-Arbeitsland der meisten Studenten sind USA und Deutschland, englische Hits laufen sowohl im TV als auch in der Disko. Und auch von deutschen „musikalischen“ Verbrechen wie „Du hast den schönsten Arsch der Welt“ wird man nicht verschont. Trotz zahlreichen Fremdsprachengymnasien und dem Bewusstsein, das man Sprachen benötigt um im Ausland die wesentlich besseren Berufschancen nutzen zu können, sprechen bei Weitem nicht alle Englisch. Und wer es kann, der traut sich nicht. Es ist aufgrund der offenen Art der Bulgaren kein Problem in Kontakt zu kommen, aber alles was darüber hinausgeht, wie unterhalten und näheres Kennenlernen scheitern meistens an den Sprachbarrieren. Umso interessanter ist es dann wieder, dass man überraschend immer wieder Menschen trifft, die sehr gut deutsch sprechen und Verwandte oder Bekannte in Deustchland haben. Gut, dass wiederum hab echt viele…

Kurz und gut

Bulgarien ist ein super Land, in dem ich wunderbar auch längere Zeit leben könnte. Allerdings nicht so wie jetzt, nicht alleine. Auch wenn ich hier viele neue Bekanntschaften und auch einige Freundschaften geschlossen habe, ersetzen diese nun mal in keinster Weise die „alten Freunde“ aus der „Heimat.“ Da ich mich irgendwie immer da heimisch fühle, wo meine Freunde sind, ist das Bedürfnis der Rückkehr mittlerweile sehr groß.

Rückblickend ganz sicher die beste Zeit meines Lebens bisher und das Land Jedem zu empfehlen. Damit meine ich keine Hotel-am-Meer-Touristenstadt sondern das Land, das echte Bulgarien. Vor allem fürn Kopf ne gute Sache; mal nen anderes Leben als unsere stumpfe High-Zivilisation zu erleben.

Die Empfehlung hier wie ich einige Monate ein Praktikum zu machen, kann ich nur bedingt aussprechen. Wer eine slawische Sprache beherrscht und/oder schnell neue Sprachen lernt wird es sicher leichter haben als ich. Wer wie ich in Mittweida studiert, der hat mit der TU Gabrovo eine wirklich gute, fürsorgliche Partnerhochschule. Zu überlegen wäre (sprachliche Kenntnisse vorrausgesetzt!) dann hier direkt am Studium teilzunehmen. Wer sich für den Printbereich interessiert hat mit der Tageszeitung „Sto Vesti“ ebenfalls einen guten Partner und Praktikumsbetrieb. Viel neues wird für angehende Journalisten hinsichtlich der Arbeitsweisen natürlcih nicht zu lernen sein. Davon abgesehen sind andere Städte sicher interessanter und bieten bessere Möglichkeiten. Insgesamt wäre auch eine kürze Zeitspanne angebracht, damit man die Prüfungen in Deutschland mitschreiben kann und nicht wie ich ein Semester verliert.

Was für mich übrigens kein Verlust ist, sondern eine Investition war für einen unbezahlbaren Gewinn!

p.s.: Die nächsten 2 Wochen werd ich vielleicht noch mal bissl was hier schreiben, vor allem begleitend zu meiner Praktikumsarbeit. Ansonsten werde ich die Sonne genießen und vielleicht noch ein oder zwei „Aktionen starten“. Also man liest sich! Habt ein schickes WE!

TiH


7 Kommentare so far
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Also irgendwie kann ich dir das mit den schicken Mädels nicht ganz glauben. Ich will Beweisfotos😉 Ick freu mir wenn du wieder da bist, gibt anscheinend eine Menge zu erzählen. Noch 2 schöne Wochen.

Kommentar von Stefan

Also mal im Ernst… wegen der Mädels, da musst du mal Fotos zeigen – ick gloobs ja nicht!
Ansonsten freue ich mich, dass du deine Zeit trotz der Höhen und Tiefen so positiv bewerten kannst – jetzt schon. Meistens kommt sowas ja erst im Nachhinein.

Was mir noch einfällt… ist dir eigentlich aufgefallen, wie typisch deutsch du bist?

Biste zwischendurch auch mal in MW?

Liebe Grüße
Susi

Kommentar von Sjuzie

@Ossi…viel zu erzählen?! hat dir Twitter nicht gereicht ;P

Kommentar von cloemi

@Stefan @Sjuzie Also ich seh schon, den Beweis mit den Mädels muss ich zwar noch erbringen. Schade, dass diejenigen, dies live erlebt haben sich hier nicht melden (Pulm, Matse, Hotschi)..aber dann muss ich wohlnoch mal als paparazzi ran.

@sjuzie: was genau meinst du mit typisch deutsch? was ist typisch deutsch, ich bin ich, der rest ist mir dermaßen egal…😉

also wies aussieht kommsch im juli noch mal nache mw, nen paar dineg klären, papiere holen und so. ma sehn. radiodienst?^^

Kommentar von theincrediblehagen

[…] Juni 30, 2008, 8:12 Uhr vormittags Gespeichert unter: Bloging Bulgaria, Schule & Studium Wie vorgestern schon erwähnt steht für meine letzten Tage Aufenthalt ja noch die Projektarbeit an. Für gewöhnlich bin ich ja […]

Pingback von Praktiblog Tag I - Orientierung « Diemedienwg’s Weblog

Au ja Radiodienst, that’s why you know!
Typisch deutsch… na ja weeßte ja, was ich meine!
Übrigens bin gestern durch Bautzen gefahren… da ist ja wirklich nichts mehr, obwohl die Stadt doch sehr verlassen zu sein scheint😉

Komm‘ gut heim, ist ja nicht mehr lange!
Liebe Grüße
Susi

Kommentar von Sjuzie

[…] Bulgarien verabschieden. Aber das tolle Wetter und die Packtätigkeiten haben das ganze vereitelt. Ein Résumé wurde ja schon irgendwie schon gezogen. Ich will dem auch nichts mehr hinzufügen…Eigentlich […]

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