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Bloging Bulgaria #11 – bulgarischer Discobesuch – Musik Teil 1 by theincrediblehagen
März 16, 2008, 7:31 pm
Filed under: Bloging Bulgaria, MedienWG Warentest

Da ich Freitag das erste Mal in einer bulgarischen Disco war, möchte ich euch natürlich an diesem Erlebnis teilhaben lassen. Vorab noch paar Worte zur populären Musik in Bulgarien: Im Gegensatz zu Deutschland hört man hier kaum Rock/Pop-Musik im Radio. Auch sind große bekannte Grupen wie Slibermond, Die Ärzte oder Phudys hier nicht wirklich bekannt. Wenn man Rock musik hört, ist diese zumeist englisch und einer der klassischen Radiohits, die wir auch tagtäglich vorgedudelt bekommen.

So gibt es in Bulgarien eigentlich nur nur House/Techno/Minimal also elektronische Musik und Chalga. Ersteres ist vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt und unterscheidet sich lediglich durch die größere Beliebtheit und Bekanntheit von deutscher Housemusik. So hört und mag eigentlich jeder Jugendliche diese Musik, Rockmusik hingegen wirklich nur sehr enige, also an sich eine Subkultur.

Chalga ist jetzt eine sehr spezielle und streitbare Musikrichtung. Man liebt sie oder hasst sie. Ich persönlich finds ziemlich zum kotzen. Aber es gibt paar Hits, die weniger dudelig daher kommen und eher volkstümlich klingen. Zu denen lässt es sich echt gut feiern und so kommt man an den hier auch unmöglich vorbei! Allgemein lässt sich die Musik mit deutschem Schlager bzw. Volksmusik vergleichen. Sehr dümmliche Texte mit eigenartigen, monotonen Synthesizer-Beats. Mehr dazu hier-sehr lustig.

Am Freitag wollt ich das ganze dann mal live erleben und bin mit Yusuf und einem Freund von ihm, den ich zwar schon mehrfach getroffen habe, aber mir seinen Namen einfach nicht merken kann, zuerst auf ein Bier in ein Café gegangen und danach in die Disco.

bulgarische-cafe-discoDie Besonderheit in Bulgarien: Unter Cafés versteht man weniger diese „Kaffee-und Kuchen Stuben“ wie bei uns. Diese gibt es natürlich auch. Hier ist ein Café aber oft eine kleinere Discomit Sitzmobilar. Jetzt kenn ich mich wenig in der Szene deutscher Großstädte aus, aber mir war das völlig neu und auch etwas seltsam: Ich gehe doch nicht mit Freunden ins Café um mich von lauten Beats beschallen zu lassen. Oder? Also die , für mich, typische Kaffee-Unterhaltungen sind zumindest nur schwer durchführbar. War schön da, sehr liebevoll und stylisch eingerichtet, alles in schwarz-weiß gehalten, leder und edle Bezüge. Hatte schon was, so äußerlich. Nur das ich fast nicht reingekommen wäre, weil ich kein ausweisähnliches Dokument mit hatte. Okay, war dunkel da, aber so jung seh ich doch auch nicht mehr aus. Da ich in Deutschland generell an solchen Abenden nie Perso oder ähnliches mit hab, muss ich mr das hier echt wieder angewöhnen, da hier recht stringent drauf geachtet wird.

So auch in der Disco. War allerdings kein Problem, schließlich bin ich ja Ausländer und da drückt man hier schon ein Auge zu^^ Die Disco an sich war dann irgendwie schon viel mehr anders als ich das von Deutschland kenne. Da meine letzten Besuche allerdings mehrere Jahre zurückliegen, lass ich mich gern eines Besseren belehren, falls genannte Besonderheiten auch in Deutschland discotypisch sind:

  • Eintritt: 1Lev (50 Cent)
  • Bier (o,33l): 2Leva (1Euro)
  • MIxgetränke: circa 4-5Leva (2-2,5 Euro)
  • gegen 24Uhr ist es noch nahezu leer
  • dafür auf den nahezu allen Tischen Reservierungsschilder (!!!) Ja, da rufen die Leute echt vorher an und reservieren sich ihre Stehtische wie im Restarant…
  • mehrere Bars, in der Mitte Dresen um igendwelche Tanztempel mit Stange und so, drumherum
  • an den Wänden, dunkle Sitzecken mit Sofas, Stehtische mit Barhockern, etc.
  • irgendwie scheiß Anlage, oder DJ ohne Ahnung. Oder muss es sein, dass einem die Hochtöne fies laut das Ohr zerfressen und Bässe in viel zu hohen Frequenzen ein leichtes Unwohlsein hervorrufen???
  • Zu Beginn reiner Elektro und Minimal. Kein Techno schick-schnack oder so, kann man sich schon mal geben…
  • gegen 1Uhr sind schon paar Leute da
  • in der Zwischenzeit zerfrisst das ständig zappelnde, bunt, unharmonische Discolicht immer wieder meine Netzhaut. Warum kann man da nicht mal mit bissl Harmonie und gestalterischem, Denken rangehen…???
  • auf eimal ne heiße Discoschl**** am Tresen, halbnackt, nur Bikini und son kurzes Rockdingens (breiter Grürtel quasi), sieht aus wie grad von der Loveparade kommend und man kann ihr jeden Wunsch von den Lippen ablesen…
  • aha okay, sie hat auch noch ne Kolegin und gehören zum Personal: Ab in die Tanzarenen!
  • OMG, sie sind nicht allein!!! Für die Girls gibts nen heißen Discoboy!
  • Mein Gott sieht der scheisse aus: trainiert okay, lange Haare zum Pferdeschwanz, Basecap, Nietengrürtel und Armband und Schweißfleck am After seinerkakigrünen Combathose…ich glaub ich kotz gleich…
  • ansonsten typisches Discopublikum: Styler, Peiler, Poser, Dancer. Allerdings nicht so prollig wie in Deutschland, scheinen alles nur wegen dem Spaß und der Musik da zu sein.
  • mittlerweile spielt man die aktuellen Charthits, die Stimmung kocht, sogar ich erhebe mich von meinem Barhocker
  • Jörls sind hier ziemlich aktiv, manche fast schon aufdringlich. So siehts zumindest aus, ums rauszufinden müsste man halt besser bulgarisch können, nehm ich jetzt so erstmal an…
  • fürs Klo bezaht man übrigens. 20 Stotinki (10 Cent). Kein Problem also, aber mehr wars auch nicht wert: Bahnhofsklo like Berlin Zoo 1980er…Jungs und Mädels „zusamm“…Hygiene…naja, es sind keine fallgruben, aber…Man, bin ich in den Momenten froh, dass ich ein Kerl bin…
  • Gegen 02:30 schlaf ich im sitzen ein. Hab wieder zu wenig gepennt letzte Nacht… Die Musik ist langweilig, Chalgahits gepaart mit elektronischen Klängen
  • Wir beschließen zu gehen. Beim Verlassen sehe ich noch mal den schwulen Tänzer: Er hat sein Outfit gewechselt und trägt jetzt noch mehr nieten am Arm und ein schwarzes hautenges Top, rückenfrei…
  • Wir nehmen eins der wartenden Taxis und fahren nach Hause

Fazit: mit ausreichend Bier und Freunden lässt sich ja überall gut feiern, wie wir wissen. Also war die Erfahrung schon wert, Preise sind moderat, aber ich weiss ein man warum ich nicht auf sowas stehe und werde auch hier kein Disco-Freund werden.

Da lob ich mir doch lieber die Subkultur und besuche Konzerte. Wie das war mus ich noch aufschreiben, den gestern erfolgte auch endlich mein erster Konzertbesuch hier…

TiH


3 Kommentare so far
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[…] dieser Stelle will ich nun doch noch mal die versprochen Worte zur bulgarischen Subkultur loswerden. Geschrieben ist es schon, gelesen werden kans hoffentlich […]

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[…] Eigentlich ist alles was Rockmusik ist in Bulgarien schon Subkultur. So hört man auch irgendwie kaum bulgarische Rockmusik. Im Radio zum Besispiel spielt man, wenn überhaupt dann die klassischen englischen bzw. englisch-sprachigen Hits ala Modern Talking oder Queen. Auf der anderen Seite scheint es nahezu keinen in Bulgarien zu geben, der Rammstein nicht kennt. Klassisch eben, die kennt man ÜBERALL auf der Welt […]

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Hallo!

Ich heiße Steffie und arbeite für Tracks, ein Magazin auf ARTE. Ich mache gerade einen Beitrag über Chalga und bin auf der Suche nach Hilfe. Kannst du mir vielleicht sagen, wo Chalga so beheimatet ist (ist das eher ein Hauptstadt oder Provinz-Thema, zum Beispiel) und was du an Chalga so bescheuert findest, bzw. ob diese Chalga-Menschen irgendwie Gegenwind von anderen Künstlern bekommen? Ich freue mich jedenfalls über alle Hinweise.
Viele Grüße und vielen Dank,

Steffie

Kommentar von Steffie




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