Diemedienwg’s Weblog


Bloging Bulgaria #07 – мартеница=Marteniza by theincrediblehagen
März 1, 2008, 1:18 pm
Filed under: Bloging Bulgaria

Tree-Martenitsa.jpgHeute möchte ich euch von einem sehr beliebten Brauch berichten, der bereits über Jahrhunderte in Bulgaren gepflegt wird. Der Name stammt vom bulgarischen Namen für den Monat März: март (sprich: Mart). Im wesentlichen geht es um das gegenseitige Beschenken von Martenizi, das sind kleine rot-weißen Anhänger oder schlichte Armbänder aus Stoff bzw. Wolle so wie sie Wolfgang Petri früher immer in hunderttausenden getragen hat (sogenannte „Freundschaftsbänder“).

In der ersten Märzwoche beschenken sich die Bulgaren dann gegenseitig mit diesen Bändern und tragen sie bis ein erstes Anzeichen für den Frühling gesichtet wurde. Ähnlich wie bei uns kann das ein Storch, eine Schwalbe, ein typischer Frühlingsblüher oder einen blühender Baum sein. Wenn der Frühling dann Einzug hält, hängt bzw. bindet man sie an einen Baum und wünscht sich irgend etwas ganz Schönes.

Die Marteniza an sich ist also eine Art Talisman oder Glücksbringer für Gesundheit und ein langes Leben. Die Farben stehen symbolischt für rote Wangen und weißes Haar, also hohes Alter. Nun bin ich mir aber grad unsicher, ob ich wirklich mal weißes Haar haben möchte, aber es ist ja auch nur symbolisch gemeint^^

martizaWichtig ist noch, dass man sie auf der linken Seite trägt, da wo das Herz ist. Das hab ich als Unwissender heute erstmal falschgemacht und sie auf die andere Seite gebunden, weil ich da ja noch meine Konzertbändel trage…Naja, passiert, jetzt ist alles rechtens bzw. „linkens“ (haha) und der Frühling kann kommen, ich bin bereit! (Eigentlich ist der ja schon da, nur nen Storch hab ich noch nicht gesehen und Blumen wachsen hier auch nicht so richtig wie bei uns…)

Natürlich gibts zu dem Brauch auch noch ne kleine Geschichte:

Quelle: Wikipedia

Der Ursprung der Martenizi geht auf die Gründung des ersten bulgarischen Staates im Jahr 681 zurück.

Der Legende nach gingen zur Zeit der Gründung des ersten bulgarischen Staates die 5 Söhne des Khan Kubrat, begleitet von ihrer Schwester Houba, auf die Jagd. Als sie die Donau erreichten, sahen sie einen silbernen Hirsch. Wie versteinert standen sie da und wagten es nicht auf den Hirsch zu schießen. Der Hirsch überquerte den Fluss und gelangte an das andere Ufer und zeigte der Jagdgesellschaft so, dass sich dort eine Furt, also eine Möglichkeit befand, denn Fluss zu überqueren. Eine Brieftaube brachte der Jagdgesellschaft schlechte Nachrichten. Ihr Vater, der Gründer des Alten Bulgarischen Reiches, lag auf dem Sterbebett. In seinen letzten Stunden mahnte der Vater seine Söhne Bayan, Kotrag, Asparuch, Kouber und Altsek eindringlich, nicht die lockeren Verbindungen zwischen den verschiedenen Bulgarenstämmen abbrechen zu lassen. Seine Söhne schworen Bulgarien zu verteidigen.

Bald nach dem Tod ihres Vaters drangen die Chasaren in ihr Land ein. Ashiba – dem Khan der Chasaren – gelang es Phanagoria, die Hauptstadt des Landes zu erobern. Houba, die Tochter von Khan Kubrat, wurde von Ashiba gefangen genommen. In der Hoffnung ihren Brüdern die Chance auf Freiheit zu geben, unternahm sie einen Selbstmordversuch, wurde aber von den Wachen aufgehalten.

Ihre Brüder hielten ihren Schwur auf verschiedene Art. Bayan blieb bei seiner Schwester und erkannte die Herrschaft von Khan Ashiba an. Kotrag ging nach Norden zur Wolga, während Asparuch, Kouber und Altsek sich auf der Suche nach neuem Land – ohne einen Unterdrücker – nach Süden wandten.

Bevor die Brüder heimlich abreisten, hatten sie mit ihrer Schwester Houba und dem bei ihr bleibenden Bruder Bayan vereinbart, ein goldenes Band – geknüpft um den Fuß eines Vogels – als Nachricht zu senden, wenn sie freies Land finden würden. Eines Tages flog ein von Asparuch geschickter Falke mit dem vereinbarten Zeichen in Houbas Raum, woraufhin sie und Bayan sofort Fluchtpläne schmiedeten. Gerade als sie nach einem Platz Ausschau hielten, um die Donau zu überqueren, wurden sie von den Spähern der Chasaren entdeckt und verfolgt. Houba band dem Falken schnell ein weißes Band um den Fuß und übergab ihn ihrem Bruder Bayan. Dann eilte sie davon, um zu versuchen, eine Furt über die Donau zu finden. Bayan wollte den Falken aufsteigen lassen, aber gerade als der Vogel losfliegen wollte, traf ein feindlicher Pfeil Bayan und sein Blut tränkte das eine Ende des Bandes rot.

Mit allerletzten Kräften schafften Houba und Bayan es das Land, das Asparuch entdeckt hatte – das heutige Bulgarien – zu erreichen. Asparuch konnte seinen sterbenden Bruder und seine Schwester noch willkommen heißen. Später zeichnete er seine Soldaten mit den weiß-rot gefärbten Fasern des Bandes aus.


2 Kommentare so far
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Hach, Bräuche können schon was schönes sein. Hier in D wäre sowas bestimmt uncool.

Kommentar von Stefan

also ich weiß, jetzt auch nicht wie kuuhl das hier jetzt direkt ist, grad bei der jugend.

hab mein marteniza übrigens von meinem tutor marin bekommen. und naja also ich werde es tragen, was kuhl und unkuhl war iss mir dabei ja eh immer egal😛 und gibt schlimmere bräuche denke ich

Kommentar von theincrediblehagen




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