Diemedienwg’s Weblog


Subkultur ist tot – Chemnitz ist toter by theincrediblehagen
Januar 18, 2008, 5:48 pm
Filed under: (Halb-)Weisheiten, Intellektuelles, Kultur Pur

Das Thema brennt mir eigentlich schon lange unter den Nägeln. Aktueller Anlass war der gestrige Betriebsausflug der MedienWG nach Chemnitz ins „AJZ Talschock.“ Der vorerst warscheinlich letzte in dieser Form, da ich ja ab Februar im Ausland weile… Gutes Argument für diese Reise: „Blessed by a broken Heart“ „Bring me the Horizon“ und „Maroon“ Alles Bands, die wir unbedingt mal sehen wollten. Also hieß es Chance nutzen und nix wie hin!

Bei mir äußerten sich allerdings bereits mit Bekanntwerden des Termins Bedenken: CHEMNITZ „AJZ TALSCHOCK“ Also Chemnitz, nichts gegen die größte Unterschichtenstadt Märchenstadt Deutschlands. Aber: Grau, öde, trist, zum kotzen, unsympathisch, Chemnitz eben. Meine Erfahrungen mit Konzerten in Chemnitz: NICHT GUT, GAR NICHT GUT!!! Obwohl in Chemnitz so viele tolle auch internationale Bands spielen und viele ausländische Bands von den wenigen Städten häufig auch nach Chemnitz kommen, zeigt sich das Publikum stets undankbar!

Deshalb wollte ich eigentlich NIE NIE wieder nach Chemnitz zum Konzert. Zu oft schon die Enttäuschung: keine Leute, viele Leute aber keine Stimmung, scheiss Leute, und so weiter. Diesmal dachte ich mir aber: Okay es ist nicht wie sonst ein Punkkonzert. Vielleicht gibts ja noch Hoffnung und die harten Jungs, die auf Hardcore, Metal und Screamo stehen, bringen Chemnitz zum Rocken und das Klischee zum Wanken.

Leider nicht! Zu viele 16jährige EMOs, zu viele Violent Dancers. Scheiss Teenies wie immer, die in der ersten Reihen stehen und sinnlos mit ihren Handykameras die Band ablichten wollen und anschließend mit minderster Qualität auf Youtube hochladen.

Nachdem aber die dritte Band, „Bring me the Horizon“, die live echt super geil waren die Bühne geräumt hatten, waren auch die meisten EMO-Lutscher weg und dank MAROON gings dann doch noch ordentlich ab gegen Ende. Da hat mir der Sänger dann auch großartig aus der Seele geredet, als er nen paar Emos („ich weiß jetzt nicht, ob Junge oder Mädchen…“) animierte sich endlich zu bewegen; die fotografierenden Kinder der ersten Reihe nach Hinten schickte („lasst die Leute vor, die abgehen wollen, ich will Action sehen hier Vorne!“) und alle aufforderte aufzuhören einfach „…nur gut auszusehen…denn, es ist mir egal, wie ihr ausseht!“ Mit der Aussage „…Jetzt geht doch mal ab, scheiß Chemnitz!“ und anderen Lieblichkeiten war dann auch klar, dass es nicht mal eine Zugabe gab. Wer will´s der Band übelnehmen…!?

Da ich alle Bands am Abend das erste Mal überhaupt gesehen hatte, wars also zumindest von der Seite her nen tolles Erlebnis. Aber rein Konzert- und Stimmungstechnisch ne absolute Nullnummer, leider.

Trotzdem hat die MedienWG und Freunde sich tapfer „geschlagen“ *hehe* und jeder hat sich bissl weh getan oder auf der Bühne dem Sänger sein Schritt im Gesicht hatte…Mein Fazit dieses Abends un Rückblick auf meine letzten Konzerterfahrungen:

ES GIBT KEINE INTAKTE SUBKULTUREN MEHR!!!

  • Punks dröhnen sich meist nur noch zu, sind langweilig, doof, politisch nicht mehr aktiv, abgefuckt, beim Pogo im weg, bekloppt und stinken…
  • OIs sind noch schlimmer, sie stehen rum, betrinken sich, fünf Mann schubbsen sich sinnlos vor der Bühne, keine Stimmung, hauptsache besoffen und stinken auch
  • Hardcore wird immer weicher, immer kommerzieller und bekommt immer mehr nen EMO-Seitenscheitel
  • Chemnitz ist am Schlimmsten: egal welche großartige Band spielt, das Publikum dankt es ihr nicht, oder kommt erst gar nicht
TiH

21 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

NIE NIE NIE WIEDER CHEMNITZ!!!
und diesmal wirklich!

Kommentar von theincrediblehagen

Bist du der Meinung, dass man auf einem Konzert dermaßen „abgehen“ muss? Lass die Leute das doch auf ihre Art und Weise genießen. Warum hast du damit ein Problem?

Sehr intolerante und beleidigende Haltung!

Kommentar von Erik

ja ok, die einen wollen halt nur lauschen und anderen könnne eben nicht stillhalten, das ist ja in ordnung, jeder wie er möchte…
aber abgesehen davon war es zumindest für mich nicht das erste Mal in Chemnitz, dass sich sogar die jeweilge Band!! über das „teilnahmslose Publikum“ beschwert…sowas hab ich bisher echt nur hier erlebt…vielleicht spricht aus dem Beitrag auch einfach nur der Neid darüber, was für Bands diese Stadt zu einem Superpreis und in einer eigentlich idealen Location vorgesetzt bekommt, es aber nicht zu würdigen weiß…mal sehen, wie lang das noch währt…

Kommentar von cloemi

Ist ja in Ordnung. Jeder kann ja seine Meinung haben, aber man sollte nicht verallgemeinernd und beleidigend argumentieren.

Wenn die Bands nicht mehr hier spielen wollen ist das ihr Ding. Die echten Fans reisen den Bands schon hinterher. Ich denke viele Chemnitzer waren nur dort, um sich die Bands mal anzuhören. Echte Begeisterte von diesen Bands wären bestimmt mehr „abgegangen“.

Kommentar von Erik

ich glaube nicht, dass es wirklich darum geht, wer nun abgeht und wer nicht.

fakt ist: subkulturen, und das hat hagen ja nun wirklich umwerfend brilliant erkannt^^, sind ein einziger einheitsbrei, nur da, weil es die mode vorschreibt.

fakt ist außerdem: chemnitz hatte schon vor inkraftreten von fakt eins kein wirklich subkulturelles leben. oder zumindest kaum etwas, wo man sich subkulturell fühlen konnte. und das wurde mit den jahren immer schlimmer: voxx zu, fuchsbau von stadtkeller-flüchtlingen übernommen, aether „zu“, im atomino werden tc-parties ausgerichtet!!! chemnitz ist ein einziger haufen sonnenstudiogebräunter prolls, die sich auf völlig überteuerten glamour-house-parties im starlight oder sax die kante geben und mit irgendeiner blonden bitch, ebenfalls sonnenstudio-gebräunt, nach hause fahren. mit der bahn, auf die sie ne stunde warten müssen. chemnitz ist ein ekelhaftes drecksloch, das bei manchen erinnerungen echten brechreiz in mir auslöst.

so. hab ich das auch mal gesagt.

Kommentar von denise

[…] alle, die das Blog nicht kennen: Netter Post drüben bei der Medien WG, wo ich das perfekte Auditorium fand und die nötige Motivation […]

Pingback von Casus Belli » Übrigens:

Das ist richtig. Chemnitz ist eben kein Dresden uns auch kein Leipzig. Wir haben keine Jugendszene im klassischen Sinne. Ist das schlimm?
Ich denke nicht. Chemnitz kann ein ganz schönes Fleckchen Erde sein, wenn man nur die Augen aufmacht.

Außerdem besteht das Leben nicht nur aus Partys!🙂

Kommentar von Erik

davon abgesehn, dass es noch hässlichere städte als chemnitz gibt und da jeder ne andere meinung haben darf, basiert meine erkenntnis auf jahrelange erfahrungen und beobachtungen, welche ich mit anderen teile. davon abgesehen, geht es hier um die „probleme“ deutscher subkulturen, welche nicht grundlos provokant und extrem formuliert und verallgemeinert dargelegt wurden😛

wenn ich wÖllte und die zeit hÄtte, wÜrde ich ne längere abhandlung drüber schreiben, hass und enttäuschung habe ich mittlerweile mehr als genug!

@denise: danke. denn so ist es, genauso! – leider

Kommentar von theincrediblehagen

Welcome to the TEKKEN. Endlich ist der Kampf um Chemnitz erbrochen. Wer bietet mehr?😛

Kommentar von Sören

der kampf ist „erbrochen“…aha, naja nicht dass du morgen auch wieder erbrichst, junge, sauf mal weniger echt jetze eh!!!

Kommentar von theincrediblehagen

ich glaube hagen, du stellst hier zwei untersch. paar schuhe in einen mir unlogischen zusammenhang.

1. ich kann dich verstehen. die situation kommt mir nicht unbekannt vor. das vorneweg.

das subkulturenproblem ist aber kein chemnitz-problem. das ist generell so. diese emopisser bevölkern hier auch ganz berlin und machen ehemals gute clubs zu völlig no-go-schuppen.

und das chemnitzproblem ist ein chemnitzproblem. in provinzen (so nenne ich jetzt chemnitz mal) hat man einfach weniger subkultur, weil weniger einwohner. die wenigen subkulturen sind hier noch stärker ausgeprägt, weil man sich ja definieren muss, sonst haste in so käffern sozial keine chance. ach ja und: CHEMNITZ IST EIN DRECKSLOCH.
erik januar: peinlich wie du chemnitz nur mit dresden und leipzig vergleichst😀 warst schon mal woanders außer in sachsen oder?

aber generell: mit dem subkulturenproblem gebe ich dir vollkommen recht. alles mainstream geworden. retortig und so. hatte ich ja auch vor kurzem bei mir thematisiert. die teens müssten sich alle weniger stress machen bei sowas, vielleicht finden sie dann ja das richtige.
allerdings: das in chemnitz die konzerte scheiße sind, liegt wohl net an den dortigen subkulturen, ich denke das wird hier in berlin bei metal/hardcore mist nicht anders sein.

aber mal im ernst, war diese screamo/metal/emocore/hardcore szene schon mal eine andere???? ^^

Kommentar von lantzschi

also ich glaube schon, liebe lantzschi, dass hagen das subkulturen-problem als ein allgemeines beschrieb.

Kommentar von denise

wenn ich irrte, so verzeih!

Kommentar von lantzschi

Ich würde sagen: mal ordentlich die Szene putzen, Leute!

und @lantzschi
Metal / Hardcore Mist…ich verprügel dich gleich mal für die Aussage! Aber ich versteh dich😛

Kommentar von Sören

also es ist tatsächlich so gemeint gewesen, dass subkulturen sich im allgemeinen sehr sehr ärmlich in den letzten jahren entwickelt haben, also jede entwicklung eigentlich nur in richtung „ver-mainstreamung“ und so. wie genau das in chemnitz ist weiss ich nicht. aber die konzerte sind leider immer scheisse gewesen, wenn ich da war. leider sinds immer die nähsten gewesen, grad bei „großen“ bands, die ich sehen wollte…

ich selber komm ja nun auch vom dorf/bautzen/ostsachsen/also tal der ahnungslosen und so. dazu kommt, dass ich die hardcorepunks zwar früher mal „bewundert“ habe aber nie so sein wollte und konnte. mittlerweile weiss ich, dass da auch viel zu oft fasade ist. der ganzerest war mir oft zu weich, also ich habe mich nie richtig einer szene zugehörig gefühlt, bis heute. anstattdessen immer versucht mein zeug zu machen und das mit meinen leuten, die das ähnlich sehen. niemand von uns sagt „ich bin punk“ auch wenn es unserer einstellung am nähesten kommen mag! auch wenns doof und abgehoben klingen mag, wir sind immer unsere eigene szene gewesen…^^
weiter will ich das eigentlich nocht hier und jetzt ausweiten😉 (vllt. mal wieder beim bier…hehe)

was aber die konzerte angeht, so ist bei uns in den kleinen klubs immer mehr los gewesen zu den konzerten, als z.b. in chmenitz. das besondere daran, war immer, dass sich da wirklich eine szene getroffen hat, also die subkultur einer gegend. mittlerweile ist die szene aber auch so teenie-durchflutet, die sich stylen um dazu zu gehören…mehr nicht, da fehlt der inhalt, das mekrt man oft!
also auch bei uns in den klubs hat sich die letzten jahre viel geändert, und dass sag ich als 20jähriger, also der vor 5 jahren selber noch ein scheiss teenie war^^

Kommentar von theincrediblehagen

tja, was waren WIR doch früher alle scheiße true…!

Kommentar von cloemi

@ lantzschi

1. Heiß ich Erik, und
2. Wie ich bereits sagte, wer mit offenen Augen durch Chemnitz geht, und damit meine ich nicht nur die Innenstadt, denkt anders.
3. Ich habe Chemnitz nur mit Dresden und Leipzig verglichen um anzudeuten, dass es eben keine dieser Städte mit eigener Jugendszene ist. Chemnitz war bis vor 10-15 Jahren die einzige Großstadt (ja, laut Definition ist alles über 100000 Einwohner ne Großstadt) ohne Markt. Und eben ohne Jugendszene. Ich will da jetzt keinen Zusammenhang reininterpretieren, aber vielleicht muss sich diese eigenständige Szene erst entwickeln.
4. Und ja, ich war auch schon außerhalb von Sachsen. Was willst du mir eigentlich unterstellen?

Und wie ihr schon richtig erkannt habt, wir sind älter geworden. Und sehen dass jetzt von dem Standpunkt von 20-30 Jährigen. Klar das ihr euch da an den Teenies stört. Ist ja nicht mehr eure Generation.

Kommentar von Erik

ja, aber ich hab eben auch das problem, dass es nicht nur die tennies sind, die mich stören, auch wenn ich in erinnerung habe, dass wir damals die einzigen in unserer altersgruppe waren, abgesehen von paar anderen natürlich.
logisch, brauch ja jede szene auch ihren nachwuchs😉
aber ich hab ja auch nen problem mit den leuten, die älter sind als ich…

Kommentar von theincrediblehagen

Naja … sicher hatte und hat Chemnitz Subkultur. Bloss nicht in diesem Bereich😉

Bei DnB oder Hardcore (Gabba) sieht das schon anders aus. Kennen (zum Glück) wenige. Und die Zeiten von 8er, Voxxx und Äther sind leider vorbei.

Was is eig. mit Bunker? Is das keine Subkultur? Oder die Gothictreffs (oder Metal, kein Plan, fjeden ziemlich schräg) im Alten Spinnereimaschienenbau?

Ganz nebenbei: Chemnitz hat den niedrigsten Anteil 15 Jähriger und den höchsten von 65 Jährigen, ___ deutschlandweit ___! Wo nichts ist kann auch nichts werden.
Subkultur gab’s nie und wird es wegen fehlendem Szeneviertel (Brühl is tot …😛 Erik) auch so gut wie nie geben.

Kommentar von coas

Ich Würde ja sagen, dass Chemnitz nu schön ist wenn man die augen ganz fest zu macht und sich das Wünscht.

Kommentar von Julz

[…] zu einer doch so speziellen Veranstaltung eingefunden hatten. Auch sonst erinnerte wenig an schon öfter beschriebene Szenarien von Chemnitz, die ich durchaus auch kannte und befürchtete. Aber, nix da. Zumindest optisch war die H&M […]

Pingback von Ihr seid halt noch nicht soweit… : klickertrigger - music and vine




Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: